Maße des passenden einreihigen Rillenkugellagers: d 20 x D 47 x B 14 mm
Wenn Wälzlager nach dem Ausbau wiederverwendet werden sollen, können diese mit Hilfe der hier beschriebenen mechanischen Abziehvorrichtung sorgfältig und zerstörungsfrei ausgebaut werden (gilt nur für Kugellager, die ihren Presssitz auf der Welle aufweisen).
💡Entwickelt für die Demontage der Motorlager eines historischen Siemens-Schuckert-Antriebsmotors (Type R39n-4) an einer Auerbach & Scheibe-Säulenbohrmaschine aus dem Jahr 1930. So ist eine tiefgreifende Revision des Elektromotors mitsamt Lagerwäsche in externem Waschbenzinbad und Wiedereinbau der Motor-Kugellager möglich.
Gerade bei diesem Bohrmaschinen-Antriebsmotor ist auf der Lüfterseite äußerst wenig Platz zwischen der Fettkappe und dem Rillenkugellager, sodass für handelsübliche Lagerabzieher nur wenig Raum gegeben ist, um das Lager sicher zu greifen. So habe ich diesen Abzieher speziell für die Platzverhältnisse in einem Elektromotor der Siemens-Schuckertwerke (SSW) des Typs R39n-4 konstruiert.
Da die Ausbaukräfte ausschließlich auf den Innenring des Lagers wirken, bleiben Kugeln und Laufbahnen während des Abziehvorgangs unbelastet, wodurch ein schadfreier Ausbau gewährleistet wird. Um den Lager-Außenring beim Abziehen des Wälzlagers von der Welle belastungsfrei zu halten, weist die geteilte Anschlagscheibe einen hervorstehenden Bund auf, welcher ausschließlich auf die Planfläche des festgefügten Rillenkugellager-Innenrings wirkt.
⚠️Zur Beachtung:
Wenn die geteilte Anschlagscheibe an der Überwurfhülse montiert ist muss die Bohrung der geteilten Anschlagscheibe noch Spiel zur Welle aufweisen.
Bei dem Abziehvorgang ist die Abziehvorrichtung in geeigneter Weise abzustützen, während mit einem Ringschlüssel oder einem geeigneten Stecknuss-Werkzeug an der zentralen Druckschraube gedreht wird.
Zwischen Druckschraube und Stirnseite der Welle ist eine hinreichende Menge Schmierfett aufzubringen.
Sollten in den Stirnseiten der Motorwelle Gewinde eingebracht sein, so sind diese auf geeignete Weise zu verschließen, um eine Beschädigung derselben zu vermeiden.
Während des Abziehvorgangs ist regelmäßig zu prüfen, ob sich der Außenring des Kugellagers noch frei drehen lässt. Nur in diesem Fall ist eine zerstörungsfreie Demontage möglich. Andernfalls hat sich entweder der Innenring während des Abziehens geweitet oder die mechanische Abziehvorrichtung wurde falsch montiert.
Nach längerer Betriebszeit können sich Passungsrost oder Fettaushärtungen (schellackartig) zwischen Wälzlager-Innenring und Welle gebildet haben, was den Ausbau deutlich erschweren kann. Hier kann es hilfreich sein, vor der weiteren Demontage etwas Kriechöl (z.B. WD-40) auf die Verbindung zu geben, sodass dieses dank seiner hohen Kapillarwirkung in den engen Spalt kriecht und den Rost sowie die Fettaushärtungen in der Passung löst. Dabei ist Geduld gefordert. Meist lasse ich 24 Stunden verstreichen, bevor ich weitere Demontageversuche vornehme.
Weiterführende Informationen zur EU-Produktsicherheitsverordnung (GPSR)












